AkupunkturPresstext
Regierungsratsbeschluss vom 25. Januar 2000

Studie «Akupunktur für Basel»

Sehr geehrter Herr Bürgin, sehr geehrter Herr Cabane

Mit grossem Interesse haben wir Ihre Studie "Akupunktur für Basel, Zwischennut zung als Standortentwicklung auf dem Areal des DB-Güterbahnhofs in Basel" zur Kenntnis genommen und danken Ihnen bestens für diese konstruktive Arbeit. Wie Ihnen der Kantonsbaumeister in einem Gespräch bereits mitgeteilt hat, teilen wir Ihre Ansicht weitgehend, dass eine möglichst frühzeitige Offnung des Areals für unterschiedlichste Nutzer und Bevölkerungsgruppen Verbesserungen bringen und gleichzeitig eine Aufwertung des mo-mentan kaum wahrgenommenen Areals be deuten können. Insbesondere ein besserer Zugang vom Kleinbasel in die Langen Erlen über dieses Areal aber auch die von Ihnen erwähnte Belebung der beste henden Bauten mit innovativen Nutzungen sind Chancen, die sowohl eine Auf wertung des Areals selbst als auch der angrenzenden Quartiere bewirken können.

Wie Sie wissen, wird momentan zwischen dem Kanton Basel-Stadt und der DB AG ein städtebaulicher Rahmenvertrag ausgehandelt, der auch die nutzungspla nerischen Eckwerte für eine künftige Zonenordnung enthalten wird. Solange diese Verhandlungen noch laufen, wird der Kanton sich in Fragen der Zwischennutzung nur zurückhaltend äussern. Nach Abschluss dieses Vertrages soll anschliessend zur Grundlagenbeschaffung für erforderliche Zonenänderungen ein zweiter städte baulicher Wettbewerb durchgeführt werden. Die Kenntnis der neuen Nutzungsbe reiche ist Voraussetzung, um einerseits die Art der geeigneten Vorleistungen zur Arealaufwertung und anderseits die möglichen Zeiträume für Zwischennutzungen definieren zu können. Da der Regierungsrat keine Verfügungsgewalt über das Areal im Eigentum der DB AG hat, muss mit der Grundeigentümerin wiederum verhandelt werden, ob ein Gebietsmanagement für Zwischennutzungen mit ent sprechender Trägerschaft eingesetzt werden soll. Wie weit der Kanton selbst dar an beteiligt sein wird, muss gegenwärtig noch offen gelassen werden. Bis zu die sem Zeitpunkt sind Zwischennutzungen im Einverständnis mit der Grundeigentü merin weiterhin einzelfallweise mit befristeten Ausnahmebewilligungen durch das Bauinspektorat zu prüfen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ausführungen unsere Sicht über den Zusammenhang der Zwischennutzung mit dem formellen Planungsprozess ausreichend erläutert zu haben. Ihre Anstrengungen für einen positiven Beitrag der Zwischennutzungspha se zur städtebauli-chen Entwicklung des Areals begrüssen wir sehr, obwohl wir Ihre Aktivitäten aus obge-nannten Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt weiterge hend unterstützen können.

Basel, 31. Januar 2000
Mit freundlichen Grüssen
Im Namen des Regierungsrates
Der Präsident: Dr. Hans Martin Tschudi
Der Staatsschreiber: Dr. Robert Heuss