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Bericht TUNNELKID

Dienstag 00.00.0000

von Urs Grether

«Tunnelkid» im nt-«Erlkönig»

BASEL. Im Aarauer «Kiff» war Simone Meyer vier Jahre für Administratives zuständig, nach dem Umbau arbeitete sie dort eineinhalb Jahre in der Geschäftsführung. Dann wechselte Meyer nach Olten, wo sie noch heute im «Vario-Club» für das Programm zuständig ist. Seit gut einem Jahr wohnt sie in Basel, seit August hat sie in einer 40-Prozent-Anstellung die neue Montags-Konzertreihe in der Erlkönig-Lounge auf die Beine gestellt.

--Der Montag dieser Woche gehörte den Basler Indierockern «Tunnelkid». Mit knapp 50, den Musikern grösstenteils bekannten Gästen blieb der Rahmen eines «Familienkonzerts» gewahrt, wie Leadsänger Jon Schubert in seiner Begrüssung feststellte. Trotzdem gestaltete sich der Konzertanfang schwierig. Man spürte der Band eine gewisse Anspannung an. Jedenfalls kam die Abmischung zu undifferenziert. Die Feinabstimmung zwischen den Gitarren von Jon Schubert und seinem Partner Benedikt Lachenmeier war nicht herauszuhören, noch nicht. Besserung versprach in dieser Phase ein letztes Stück im originellen Sechs-Achtel-Metrum.

--Ein Teil mit akustischen Gitarren schloss sich an, die beste (neuste) Nummer zogen Schubert und Lachenmeier vor. Als Bassist «Böffi» Bieger und der hervorragende Drummer André Bader auf die Bühne zurückkehrten, stellte sich die vorige Zerfahrenheit des Songwriting wieder ein, die Anstrengung und – verbunden damit – das Ausreizen einmal gefundener Mittel und Kniffe. Sehr schön dann aber ein Taschenxylophon Lachenemeiers in der letzten Nummer dieses Abschnitts.

--Der dritte Teil, in dem man zum Rock-Alphabet zurückbog, gefiel am besten: Das Überwiegen eines strikteren Grundbeats schadete dem Bandformat keineswegs, liess es vielmehr fortkommen vom Krampf «familiärer» Unterforderung. Man probierte zwei «potentielle Single-Kandidaten» (Schubert) vom neuen Album, das im Januar erscheinen soll (produziert hat Philippe Laffer, einst «Supernova», heute Sänger und Kopf der Band «Zhivago»).

--Der langsamere Kandidat verschleuderte sein Potential durch mangelnde Konzentration auf das Wesentliche (die Band will oft zuviel, verliert sich im Ungefähren – umso aufgekratzter dann die speziellen Schlusstakte, als hätte man sich anders nicht mehr herauszuhelfen gewusst). Viel besser ist «Discoqueen», die schnelle Nummer davor, gelungen. Schubert sang tief, was er besser kann (in den Höhen wird das Volumen dünn), liess Lachenmeier die höheren Vocals nur gerade dorthin tüpfeln, wo es gerade nötig ist.

Download: tunnelkid_basellandschaftliche_zeitung.pdf
Link: www.tunnelkid.net
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