mitteilungen
medienecho

archiv »

Stadtentwicklung

Zwischennutzung als Standortaufwertung und urbane Starthilfe

Der DB-Güterbahnhof in Basel Ein Entwicklungsgebiet - 19 Hektaren Güterbahnhof - werden nicht mehr gebraucht. Grundeigentümerin und die Stadt Basel wünschen sich an dessen Stelle ein neues Stadtquartier. Das offizielle Verfahren (siehe unten) war von langem Warten geprägt. Diese Zeit liess sich aber nutzen - der Raum zwischennutzen.

Initiative für ein lebendiges Stadtquartier Gestärkt durch das regierungsrätliche Wohlwollen startete im Juni 2000 der kulturellgastronomische Betrieb von nt/areal mit Restaurant, Bar und Lounge. Das DB-Areal erwachte aus seinem Dämmerschlaf. Öffentlichkeit stellte sich ein. Im Labo entstand eine Denk- und Werkstätte. Der erste Schritt zum urbanen Gefüge war erreicht, und es taten sich vielseitige Möglichkeiten auf, dem Bestehenden neue Bilder und Stimmungen beizufügen.

Fundierte Grundlage Die fachliche Basis für dieses Vorhaben lieferte die von den Initianten Ende Juni 1999 publizierte Studie > «Akupunktur für Basel» : gezielte Zwischennutzung soll auf dem DB-Areal die Standortentwicklung einleiten und einen Vorbezug von Urbanität garantieren als Ergänzung zur formellen Planung. Aufgrund des beachtlichen Echos bei Fachleuten, beim Publikum und bei den Medien nimmt nt/areal für sich in Anspruch, eine Antwort auf ein fundamentales methodisches Problem der Stadtplanung geben zu können. Die Lebensqualität im zukünftigen Stadtquartier ergibt sich weniger aus der Planung als aus dem selbstverständlichen Gebrauch in der Verwertungslücke, denn Urbanität ist mehr als Architektur.

Flexible Zwischenzeit Allen Zwischennutzungsprojekten ist das Label «nt» gemeinsam. «nt» bedeutet «non territorial» und unterstreicht den Verzicht auf eine dauerhafte Bestimmung von Flächen. Im Mittelpunkt steht der Mensch: handeln ist flexibler als bauen.

Erdauerte Konstanz Der einst befristete Mietvertrag des Vereins k.e.i.m. mit der Eigentümerin wurde bis zur Übernahme der Flächen durch den Kanton erstreckt. nt/areal funktioniert mit einer Ausnahmebewilligung des Bauinspektorates BS, die im Januar 2007 definitiven Status erlangte - natürlich abhängig von der Laufzeit der Mietverträge.

Städtebaulicher Wettbewerb Die formelle bauliche Entwicklung des DB-Areals ist durch zwei städtebauliche Wettbewerbe (1996/97 und 2001/02) festgelegt worden. Die Vorgaben der Auslober gehen für die 19 ha von einer gemischten Nutzung mit ca. 700 Wohnungen und 1000 Arbeitsplätzen aus, bei einer gleichzeitigen Sicherung von 8 ha für Grün- und Freiflächen. Der Überbauungsplan wurde nach einem Referendum im Februar 2005 von der Stimmbevölkerung gutgeheissen.

Ehrgeizige Zukunftspläne Der gepflanzte urbane Keim, bestehend aus Erlkönig, Lounge und Wagenmeisterei, soll ausstrahlen und anstecken. So bemühte sich der Verein k.e.i.m., auch für weitere Räume und Flächen auf dem Areal urbanitätsstiftende Zwischennutzungen zu entwickeln und umzusetzen. So entstanden die seit 2004 vom > Verein V.i.P . bewirtschafteten Freiflächen entlang dem Riehenring sowie das Quartierlabor. Auch Drittanbieter, die nicht in einem direkten Zusammenhang mit k.e.i.m. stehen, nisteten sich auf dem Areal ein (E-Halle).

Transformation Mit dem 2006 beginnenden Rückbau der Geleise- und Umschlagsanlagen im Zentrum des Areals startete die Phase der Transformation der Zwischennutzung zum Vorteil des zukünftigen Quartiers ganz konkret. Aufgrund der mangelnden Anteilnahme der Grundeigentümerin am Weiterbestehen des Erlkönigs als «Perle» der Zwischennutzung musste der Betrieb das Gastroangebot einstellen (z.B. fehlende Sicherung der Zuwegung während der Rückbauphase). 2009 zogen die ersten Mieter/innen in den Neubau «Erlentor» ein, was eine weitere Domestizierung der Zwischennutzungsaktivitäten zur Folge hatte. Die Beschneidung der Nutzungsfreiheiten erfolgte nicht in Kooperation mit den Nutzer/innen, sondern per einseitigem Dekret. Nach der Fertigstellung des ersten von fünf Baufeldern ist die bauliche Weiterentwicklung des neuen Quartiers weiterhin ungewiss. Offen ist die Frage, wie die mit der Zwischennutzung generierten urbanen Qualitäten in die Arealentwicklung einfliessen können, damit das Quartierleben nicht ins Anfangsstadium zurückfällt. > mehr dazu hier


Wichtige Dokumente

Pressetext 21.6.1999 zu Akupunktur für Basel

RR Beschluss vom 25. Januar 2000

Pressetext 21.6.2000 zum Start von nt/Areal

Download 50-seitige Studie Akupunktur für Basel (pdf, 700 kB)

Medienunterlagen zum ersten Geburtstag mit kritischer Würdigung, 21.6.2001 (pdf, 240kB)

Zu den Resultaten des 2. städtebaulichen Wettbewerbs

«Zwischennutzung als strategisches Element der Stadtentwicklung – Beispiel Basel.» Auszug aus der Publikation «Urban Pioneers Berlin» (2007, pdf, 1.5 MB)

«Zwischennutzung als Standortentwicklung» Auszug aus der Publikation «Waiting Lands. Starategien für Industriebrachen» (2008, pdf, 376 kB)



Wichtige Medienberichte

30.7.09: Die Party geht vorerst weiter (BaZ, pdf 500 kb) und Tageskommentar der BaZ: Basel hat ein Raumproblem (jpg 156 kb).

27.7.09: Das letzte Kapitel des urbanen Märchens (BaZ, pdf 504 kB)

20.2.09: Medienecho k.e.i.m.-Rückzug (Links zu diversen Artikeln)

4.8.08: Das «nt» nimmt einen letzten, tiefen Atemzug (BaZ, pdf 76 kb)

31.7.08: Solidarität mit dem letzten Freiraum (Links zu diversen Artikeln)

26.7.08: Schluss mit lustig. Behörde engt Sommernachts-Raum auf dem nt/Areal ein (BaZ, pdf 300 kb)

1.11.07: Der «Erlkönig» tritt nach acht Jahren ab (BaZ, pdf 68 kb)

14.11.06: Charme des Provisorischen - Wie Basel eine Industriebrache nutzt (NZZ, pdf 84 kb)

2005: Erlenmattquartier in Basel - Vom politischen Management zur urbanen Qualität (Tec 21, pdf 532 kB)

21.6.05: Mediencommuniqué zum 5. Geburtsag

2004: Das DB-Areal bleibt ein Politikum (Links zu diversen Artikeln)

21.12.2002: Rahmenvertrag für das DB-Areal (BaZ, pdf 76 kB)

5.7.2002: DB-Areal: Siegerprojekt bestätigt (BaZ, pdf 100 kb)

3.5.2002: nt/Areal Zwischennutzung als urbaner Impuls (tec21, pdf 240 kb)

30.4.2002: DB-Areal: Schollen oder Blöcke (BaZ, pdf 92 kB)

30.4.2002: Jahrhundertchance für Basel (Basellandschaftliche Zeitung)

28.1.2002: k.e.i.m. zieht sich zurück (BaZ)

3.8.2001: Tickt Basel anders? Phänomen der Zwischennutzung von Industriearealen (NZZ, pdf 21 kB)

August 2001: Hinter den sieben Geleisen ein Idyll auf Zeit (Wohnen)

17.6.2001: Es spriesst zwischen den Gleisen (Der Sonntag)

11.4.2001: Was geschieht auf Bahnarealen? (BaZ)

30.3.2001: Klar Schiff für Clubkultur - Nachtleben auf dem nt/Areal (Baslerstab)

10.3.2001: Wenn die Stadt vom Rand her kulturell zu keimen beginnt (BaZ)

14.10.2000: Wir sind Leute mit Gründerlust dafür brauchen wir Raum (BaZ)

22.7.2000: Auf dem DB-Areal Spuren für die Zukunft legen (BaZ)

24.6.2000: Langsam reitet der Erlkönig (Badische Zeitung)

22.6.2000: Neuer Wind zwischen den Geleisen (BaZ)

22.6.2000: Wieder Leben auf dem Bahnareal (Basellandschaftliche Zeitung)

alle News und Medienberichte hier > ab 2003 > früher

©2011 websign.nxu.ch

top